September 8, 2020

Ampelia congratulates Fritz Miesbauer and Stift Goettweig for the Falstaff “Vintner of the Year“ 2020 Award!

Jedes Jahr jubelt ein Weinmacher, wenn das Falstaff Magazin den „Winzer des Jahres“ bekannt gibt. Diesmal jubeln eine ganze Stadt und 28 Mönche. Denn der Winzer des Jahres 2020 ist Fritz Miesbauer, Geschäftsführer im Weingut Stadt Krems und zusätzlich verantwortlich für die Weine des Stift Göttweig.

Man kann es getrost als Sensation bezeichnen, wenn ein Stift und eine Stadt mit den höchsten Ehren dekoriert werden, und noch dazu gemeinsam. Zu verdanken ist diese Auszeichnung dem dynamischen Geschäftsführer Fritz Miesbauer, der gemeinsam mit einem jungen, motivierten Team, das Weingut Stadt Krems in nur wenigen Jahren an die Spitze gehievt hat und das Weingut Stift Göttweig gleich dazu.

Historische Wurzeln
Etwas mehr als 40 Hektar Weingärten sind heute im Eigentum der Stadt Krems. Das Weingut, das früher in einem historischen Keller direkt in der Altstadt und seit etwa 100 Jahren am Stadtgraben angesiedelt ist, bewirtschaftet Parzellen in extrem guten Lagen. Kein Wunder, denn die Weinberge sind mit die ältesten der Region. Sie zählten einst zum Bürgerspital (13. Jahrhundert) bzw. kamen 1452 durch Schenkung in Stadtbesitz.

Die Bedeutung des Weinbaues für die Stadt Krems kann man gar nicht überbewerten. Im Mittelalter hatten nämlich mehr als 50 Klöster und Stifte ihre Weingutsbesitzungen rund um die Stadt. Die Kremser „Weinzierler“ bearbeiteten die Flächen, in prächtigen Lesehöfen wurden die Trauben verarbeitet und der Wein gelagert, und schließlich wurde die Produktion donauaufwärts nach Oberösterreich, Salzburg und Bayern transportiert, wo der Kremser Wein in den täglichen Messen der Klöster als Messwein diente.

Schwieriger Einstieg
Das Städtische Weingut war allerdings nicht sehr prächtig, als Fritz Miesbauer im Jahr 2003 die Führung übernahm. Miesbauer war davor Kellermeister in der heutigen Domäne Wachau gewesen und hatte dort Großartiges geschaffen. Schon im zarten Alter von 27 Jahren wurde er durch das führende schwedische Weinmagazin Gourmet zum Weinmacher des Jahres ausgerufen. Der Wechsel ins städtische Weingut nach Krems ließ daher so manche Augenbraue erstaunt hochgehen.

„Ich war immer vom Potential der Lagen des Weingutes überzeugt“, strahlt Miesbauer. Um das Potential der Lagen auch in der Flasche spürbar zu machen, musste viel geschehen:

• Zahlreiche Rebanlagen mussten renoviert werden
• 29 Hektar Rebflächen wurden völlig neu ausgepflanzt
• Auf 5,4 Hektar Weingärten wurden die historischen Trockensteinmauern rekultiviert
• Der Keller wurde in vier Phasen (2004, 2006, 2011 und 2019) renoviert, erweitert und modernisiert
• Das Weingut wurde zum dynamischen Arbeitgeber: 4 Mitarbeiter in 2004 / 23 in 2020
• Mehr als fünf Mio Euro wurden insgesamt investiert

Und: Das Weingut, das bis 2003 ein Zuschussbetrieb der Stadt Krems war, hat sich zum selbsterhaltenden Unternehmen entwickelt!

„Als ich 2003 ins Unternehmen kam, nannte mir der damalige Bürgermeister Franz Hölzl vier Ziele, die ich erreichen sollte: hohe Qualität, gutes Image, wirtschaftliche Unabhängigkeit sowie das Vertrauen der Stadtverwaltung. Wir haben nun bereits den dritten Bürgermeister seither, und in freundschaftlicher Partnerschaft haben wir alle Ziele erreicht.“ Die Auszeichnung zum „Winzer des Jahres“ besiegelt dies.

Stetiger Aufstieg
Die Investitionen und Veränderungen haben sich bemerkbar gemacht. Jedes Jahr kletterte das Weingut Stadt Krems in den Bewertungen und Ratings ein paar Schritte weiter nach oben. Wurden die Weine anfangs noch mit Punkten zwischen 85 und 90 bewertet, so ging es langsam aber stetig aufwärts. „In der Weinbranche braucht man einen sehr langen Atem, denn Veränderungen kann man frühestens nach einem Jahrzehnt, oft aber erst nach einer Generation ablesen.“ weiß Miesbauer. Für eine Stadt mit 1000 Jahren Weingeschichte ist das kein Thema, für die Budgetierung der Stadtverwaltung allerdings schon.

„Die Tatsache, dass wir eine ganze Stadt im Wein vertreten, hat Vor- und Nachteile.“ erklärt Miesbauer. „Immerhin trägt man die Verantwortung für 25.000 Co-Eigentümer. Wenn etwas Gutes gelingt, bekommt man aber auch sehr viel positive Stimmung zurück. Vertrauen, Respekt und auch viele Freundschaften sind entstanden.“

Strahlende Weinpersönlichkeiten
Miesbauer hat seine Entfaltungs-Chancen genützt und die Weine der Stadt Krems in den letzten Jahren zu strahlenden Persönlichkeiten entwickelt. Sie zeichnen sich durch präzise Aromatik, Lebendigkeit und Eleganz aus. Miesbauer hat stets sein Talent für Finesse bewiesen, selbst in heißen Jahrgängen zeigen seine Weine Leichtfüßigkeit und Schliff. Die Einzellagenweine vom Wachtberg (Veltliner) und Grillenparz (Riesling) wurden als Erste Lagen der Österreichischen Traditionsweingüter klassifiziert und zählen damit zur Elite des Österreichischen Weinbaues. Mit diesen Weinen kam das Weingut Stadt Krems in den letzten Jahren mehrmals in die Top 100 des Wine Spectator bzw. gewann mehrmals den Kremstal Cup des Falstaff Magazins.

Nicht nur die Magazine und Kritiker haben die Veränderungen erkannt. Das Weingut hat in den vergangenen Jahren auch seine Kundenstruktur völlig umgekrempelt: Heute werden 75% der Weine exportiert und zwar in 26 Länder.

Stift Göttweig
Gegenüber, am Südufer der Donau, thront weithin sichtbar das Benediktinerstift Göttweig. Rund 900 Jahre lang betrieben die Mönche selbst den Weinbau auf 26 Hektar stiftseigenen Weinbergen. Seit den 80er Jahren wurde das Weingut verpachtet, und im Jahr 2006 übernahm schließlich ein Konsortium von Weinenthusiasten die Bewirtschaftung des Weingutes. Gleichzeitig wurde die Verantwortung für die Weinproduktion in die Hände von Fritz Miesbauer gelegt. Auch hier machten sich das Talent und die liebevolle Zuwendung des dynamischen Kellermeisters bald bemerkbar. Die Weine von Stift Göttweig erhielten nicht nur einen unverwechselbaren Auftritt – auf den Kapseln wird das weltberühmte Deckenfresko von Paul Troger aus 1739 zitiert – sondern entwickelten sich von Jahr zu Jahr immer deutlicher zu eleganten, terroirbezogenen und klassisch-leichtfüßigen Vertretern der Donauregion. Vor allem die Einzellagenweine aus den Rieden Gottschelle, Silberbichl und Pfaffenberg zählen zu den feinsten Vertretern des Kremstales.

Read the original article.

Download